Settlement

Abwicklung

Die Überweisung von Geldern vom Acquirer auf das Bankkonto des Händlers, abzüglich Gebühren und Reserven.

Die Abwicklung (Settlement) stellt die letzte Phase des Zahlungszyklus dar, in der der Acquirer die Nettobeträge der Transaktionen an das Geschäftsbankkonto des Händlers überweist. Dieser Prozess erfolgt nach der Clearing-Phase, in der Mastercard und Visa Transaktionsdaten aggregieren und die endgültigen Positionen zwischen Emittenten und Acquirern berechnen. Die vom Händler erhaltenen Gelder sind typischerweise abzüglich Interchange-Gebühren, Scheme-Gebühren und der Marge des Acquirers sowie jeglicher anwendbarer Einbehalte für Rolling Reserves oder Chargeback-Kosten. Die Abwicklungszyklen werden durch die zugrunde liegenden Systemregeln und die Risikobewertung des Merchant Category Code (MCC) bestimmt. Während etablierte Unternehmen in risikoarmen Sektoren oft einen T+1- oder T+2-Zeitplan haben, können Unternehmen mit höherem Risiko eine längere Abwicklungslatenz in Kauf nehmen müssen, um den Acquirer vor potenzieller Insolvenz oder hohen Streitfallvolumen zu schützen. Im Vereinigten Königreich und in Europa hat die Einführung von SEPA Instant und Faster Payments einigen Anbietern ermöglicht, die taggleiche Abwicklung oder Echtzeit-Abwicklung gegen eine zusätzliche Gebühr anzubieten.

Häufig gestellte

Warum weicht der abgewickelte Betrag oft vom gesamten Transaktionsvolumen ab?

Die Differenz ist in der Regel auf das „Net Settlement“-Modell zurückzuführen, bei dem der Acquirer Bearbeitungskosten wie Interchange, Scheme-Gebühren und die eigene Servicegebühr vor der Überweisung abzieht. Zusätzlich kann, wenn der Händler eine Reservepflicht hat, ein Prozentsatz des Volumens (typischerweise 5% bis 10%) einbehalten werden, um potenzielle zukünftige Chargebacks abzudecken.

Welche Faktoren können eine Verzögerung des erwarteten Abwicklungszeitpunkts verursachen?

Verzögerungen treten oft aufgrund von Feiertagen, Wochenendbearbeitungslücken oder auf, wenn ein Händler spezifische Systemschwellenwerte überschreitet, die eine manuelle Risikoprüfung auslösen. In einigen Fällen können hohe Rückerstattungsraten oder ein plötzlicher Anstieg des Transaktionsvolumens dazu führen, dass ein Acquirer die Abwicklung vorübergehend pausiert, um die Rechtmäßigkeit der Aktivität zu überprüfen.

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